Wie aus einer Tonleiter Akkorde werden - und warum manche davon nach Hause ziehen.
Zurück zur MusikkarteBisher ging es um einzelne Töne: wie sie klingen, wie weit sie auseinanderliegen, welche zu einer Tonart gehören. Harmonie fängt dort an, wo mehrere Töne gleichzeitig klingen.
Das Erstaunliche daran: Man braucht dafür nichts Neues. Nimm die sieben Töne einer Tonleiter, stell dich auf einen davon und stapele jeden zweiten darüber - fertig ist ein Akkord. Auf jeder Stufe geht das, also gehören zu jeder Tonart sieben Akkorde.
Und diese sieben sind nicht gleichrangig. Einige fühlen sich nach Ruhe an, andere nach Aufbruch, einer zieht so stark nach Hause, dass man den Schluss hört, bevor er da ist. Genau darum geht es hier.
Alles auf dieser Seite läuft in Dur - dort ist der Sog am deutlichsten. Dur und Moll selbst sind das Thema der Tonart-Seite.
Alle Akkorde dieser Seite gehören zu dieser Tonart. Wechsle den Grundton, und alles darunter wandert mit - die Namen ändern sich, die Verhältnisse nicht.
Auf jeder Stufe steht ein Akkord: die Stufe selbst, dann jeder zweite Ton darüber. Tippe einen an.
Achte auf die Beschriftung: Grosse Ziffern sind Dur-Akkorde, kleine Moll, der Kringel heisst vermindert. Das hat niemand festgelegt - es fällt aus den Abständen der Tonleiter heraus.
Dreimal Dur, dreimal Moll, einmal vermindert - in jeder Dur-Tonart, immer in dieser Reihenfolge.
Dieselben sieben Akkorde, jetzt nach ihrer Aufgabe sortiert. Jede Gruppe hat einen Hauptakkord und einen Verwandten, der zwei seiner drei Töne mit ihm teilt.
Zuhause. Hier ist die Sache in Ordnung, hier darf ein Stück aufhören.
2 gemeinsame Töne mit I
Der Schritt weg. Es geht los, aber ohne Drängen - noch ist alles offen.
2 gemeinsame Töne mit IV
Die Spannung. Sie will zurück zur Tonika, und zwar deutlich hörbar.
↗ enthält den Leitton
2 gemeinsame Töne mit V
↗ enthält den Leitton
Die dritte Stufe lässt sich nicht sauber einordnen: Sie teilt zwei Töne mit der Tonika und zwei mit der Dominante, und sie trägt den Leitton. Je nachdem, was um sie herum steht, wirkt sie als das eine oder das andere. Die Lehrbücher sind sich hier uneins, und beide Seiten haben gute Gründe.
↗ enthält den Leitton
In der Dominante steckt ein Ton, der nur einen Halbton unter dem Grundton liegt: der Leitton. In dieser Tonart ist das H. So dicht daneben bleibt er nicht gern - er zieht nach oben zum C, und mit ihm der ganze Akkord.
Erst der Leitton allein, dann der Grundton darüber. Das ist der ganze Sog in zwei Tönen.
Eine Schlusswendung heisst Kadenz. Alle vier hier sind gleich lang und fangen auf der Tonika an - was sie unterscheidet, ist ausschliesslich ihr Schluss.
Von der Dominante zur Tonika. Der stärkste Schluss, den es gibt - der Leitton löst sich nach oben auf, und damit ist alles gesagt.
Von der Subdominante zur Tonika. Kommt auch an, aber weicher: In der Subdominante steckt kein Leitton, also fehlt das Drängen. Man kennt ihn als das Amen am Ende eines Kirchenlieds.
Die Folge bleibt auf der Dominante stehen. Kein Schluss, sondern ein Doppelpunkt - es klingt, als käme noch etwas. Deshalb steht er mitten im Stück und nicht am Ende.
Die Dominante verspricht die Tonika - und dann kommt die sechste Stufe. Sie gehört zwar zur selben Gruppe, ist aber Moll statt Dur. Einen Augenblick lang klingt es nach Schluss, und dann doch nicht.
Vier Akkorde, in beliebiger Reihenfolge. Tippe Stufen an, hör dir die Folge an - und schau, ob eine der vier Wendungen dabei herauskommt.
Ab zwei Akkorden lässt sich sagen, ob eine Wendung dabei ist.